„Farbkonzept für Katharinengarten”

Farbkonzept für 1 Seniorenheim, 60 Eigentumswohnungen, Bürohaus und Praxisgebäude, Ingolstadt 2001-2003

Noch in der Planungsphase für den „Katharinengarten” wurden die beiden Künstler Stephan Fritsch und Heribert Heindl von den Architekten herangezogen um einzelne Bereiche mit zu diskutieren. Hierbei wurden kostengünstige Lösungen für den Lärmschutz und die Platzgestaltung gefunden.

Das komplette Erscheinungsbild sollte sich deutlich von der Umgebung unterscheiden und auf die baukörperübergreifende Funktionalität des Geländes verweisen. Denn von dem Kauf einer Eigentumswohnung – speziell für ältere Mitbürger gedacht – über die Möglichkeit des Betreuten Wohnens, die unmittelbare medizinische Versorgung durch Ärzte und Apotheke im Bürogebäude bis hin zur Pflege im Altenwohnheim, ist ein kleiner Bezirk entstanden, der sich mit diesen wichtigen Fragen auseinandersetzt.

Die unterschiedlichen Funktionsbereiche – Einkaufen, Wohnen, Verwaltung, Betreutes Wohnen – wurden mit Blau, Rot, Ocker / Orange klar definiert und gleichzeitig eine Gesamtwirkung der Anlage als harmonisches Ganzes erzeugt. Einheit in der Vielfalt entsteht durch das immer wiederkehrende Stilmittel der Farbabstufung: So wird z.B. das helle Blau des Komplexes für Betreutes Wohnen in der Lackierung der Fensterläden abgetönt, das scheinbar einheitliche Fassadenrot der Eigentumswohnung entpuppt sich bei genauem Hinsehen als raffiniertes Aufeinandertreffen von drei Farbabstufungen. Die starke Farbigkeit zeigt Solidität und transportiert Lebensfreude.

Die Schwere des Betons wurde „luftig”, indem der gleiche Farbton auf unterschiedlichem Grund (Thermoputz/Sichtbeton) einmal lasiernd, einmal deckend aufgetragen wurde. Durch Statiknachberechnungen mußte es an einer Stelle zur doppelten Anzahl von Betonträgern kommen. Auch dem wurde mit Farbe Rechnung getragen: Durch warmes Rot lenkte man die Aufmerksamkeit auf die Farbe und weg von den Betonträgern. Die beiden Künstler planten außer einer farbigen Gebäudeinnengestaltung alle Details von der Beleuchtung über die Hausnummer, Jalousien bis hin zu einer Lärmschutz-Betonwand, das durch Farbe zum „Tor”, zur belebten Mauer wurde.

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