„Farbkonzept Pfarrkirche St. Maria”
Fürstenstein, 2004

Symbolkraft und emotionale Wirkung bestimmen das Farbkonzept von Stephan Fritsch für die Marienkirche in Fürstenstein (Diözese Passau), das nach intensiven Diskussionen im Zuge der Komplettrenovierung 2004 umgesetzt wurde.
Die Kirchengemeinde blickt auf einen effektvoll beleuchteten Altarraum in hoffnungsfrohem, warmem Gelbrot, das sich nach oben hin aufhellt. Die Rückwand im Westen hingegen ist in „blutigem” Dunkelrot gehalten. Klares Weiß bestimmt das Kirchenschiff, strukturiert durch die grau abgetönte Trägerkonstruktion des Daches.

„Die Gegenüberstellung von zwei Rottönen und zwei Weißtönen [...] hat mit der Kirche als Marienwallfahrtsort zu tun. Rot soll die ganze Spannbreite der Lebenserfahrung Marias symbolisieren, die Wärme, das Glück, ebenso wie die unsägliche Trauer und das Leiden. Rot steht für Blut, Leben und Schmerz, aber auch für Licht und Hoffnung. Weiß hingegen gilt als Farbe der Unschuld und des Anfangs” – so der Künstler. Und weiter: „Ich bin überzeugt, dass über die Emotionalität, die durch Farbe entsteht, ein unmittelbarer Zugang zum jeweiligen Moment ausgelöst wird. Religion ist Emotion.”

Ob im sakralen oder profanen Bereich: Farbe fungiert als Emotionsträger und Stimmungsmacher.

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